23.11.2015 |   Umfrage unter Redakteuren

Pressereisen sind wichtiger Faktor für Reisejournalismus

Durchschnittlich rund 50 Prozent der Reiseteile von Tageszeitungen, Magazinen und Online-Portalen entstehen aufgrund einer Pressereise. Das hat eine Umfrage der Agentur noble kommunikation ergeben. Teilweise liegt der Anteil der Artikel, für die organisierte Reisen die Inhalte liefern, noch höher - mit einem Spitzenwert von 100 Prozent.

Reiseredaktionen erhalten den Umfrageergebnissen zufolge im Monat durchschnittlich 15 Einladungen zu Gruppen- und neun zu individuellen Pressereisen. Die Spannbreite für Gruppen-Pressereisen reicht dabei von zwei bis 50 Einladungen pro Monat. Deutlich kleiner ist die Zahl bei individuellen Touren mit einem Maximum von 35 Einladungen pro Monat.

Nur wenige Recherchen entstehen hingegen auf Eigeninitiative der Redaktion - zwei im Monatsdurchschnitt. Auch wenn sie selbst selten auf Reise gehen können, erachtet eine Mehrzahl der befragten 50 für das Reiseressort verantwortlichen Redakteure Pressereisen als wichtig. Als Grund dafür nennen sie - neben den eigenen Recherche-Möglichkeiten, die von Agenturen angelieferte Texte nicht ersetzen können - das Knüpfen und Pflegen von Kontakten.

In der Umfrage kamen auch Verbesserungspunkte zur Sprache. Die am häufigsten geäußerten Wünsche an die Organisatoren sind:

- Weniger straffes Programm, dafür mehr Zeit für individuelle Recherchen
- Kürzere Reisen mit einfacher Anreise, um nicht zu lange vom Schreibtisch weg zu sein
- Mehr themenorientierte Reisen mit einem aktuellen Aufhänger
- Mehr Vorlauf bei den Einladungen, möglichst zwei bis drei Monate
- Rahmenbedingungen, wie welche Reisekosten werden übernommen, sollten bereits in der Einladung klar formuliert sein.

Marina Noble, Inhaberin von noble kommunikation, erkennt einen Trend hin zu individuellen Recherchen. "Diese haben oft einen kulinarischen, kulturellen oder wissenschaftlichen ,Aufhänger'. Dabei werden Reisethemen sozusagen in einem ,anderen Kleid' verpackt und auch für andere Medien oder Ressorts relevant." Zudem verweist sie auf immer mehr Projekte mit freien Autoren, Special Interest-Publikationen sowie im Bereich Social Media mit Bloggern oder Vloggern.

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