16.03.2016 |   Digitalkonferenz SXSW, Teil 4

2016 wird das Jahr der Messenger

Heute verbringen  Smartphone-Besitzer 84% der Zeit mit ihren Top5 Apps. Und dabei spielen die Messenger eine immer bedeutendere Rolle. Die Session “The Next Multibillion Opp: Marketing in Messaging” beschäftigte sich mit der Frage, welchen Rolle Messenger wie Facebook Messenger, WhatsApp, Kik oder WeChat zukünftig in der Kommunikation und dem Marketing spielen.

Laut Christian Brucculeri, CEO von Snaps, werden bereits heute über 257 Millionen Nachrichten täglich verschickt und das Volumen nimmt stark zu. Die Generation der Millennials nutzt inzwischen zur Kommunikation stärker die Messeging-Dienste als Social Media. Brucculeri führt dies auf die drei Faktoren Vertrauen, Schnelligkeit und Kontrolle zurück, die Messeging-Dienste vermeintlich bieten. Darüber hinaus handelt es sich ja nicht mehr nur um Textnachrichtenübermittlung. Videos, Sprachnachrichten, Branded Content – alle Inhaltstypen können vermittelt werden.

Dank aktueller Bot-Technik entwickeln sich diese Dienste aber noch deutlich weiter – hin zu intelligenten und automatisierten Service-Centern. Facebook-Nutzer können schon jetzt eine Uber-Fahrt ordern, ohne die Facebook-App zu verlassen. Eine native Uber-App braucht der Nutzer nicht mehr. Mit dem Projekt „M“ testet Facebook bereits einen digitalen Assistenten im Messenger, der Fragen beantwortet, Reisen buchen und Meetings vereinbaren kann.

Google testet mit „Hey Google“ Chat-Services, um Nutzerfragen automatisiert zu beantworten – ebenfalls ohne die laufende App zu verlassen, Siri (von Apple) macht das gleiche. Da stellt sich die Frage: Wird es native Apps in Zukunft noch geben, oder wird die Weiterentwicklung der Messenger-Dienste gar das Ende der App-Ära einleiten? Biz Stone, CEO AskJelly stellte die Version 2.0 seiner Suchmaschine Jelly vor, die in andere Dienste – etwa Messenger – integrierbar wird. Mit diesen Ergänzungen werden Messenger zu umfassenden Service-Angeboten.

Eines steht fest: Messenger werden 2016 für Marketing und Sales stark an Bedeutung gewinnen: Eigene Unternehmens-Apps, die Brand Experience, Informationen und Services bieten wollen, erreichen schon jetzt nicht mehr die notwendige Aufmerksamkeit oder Nutzungsdauer. Damit steht die Kosten-Nutzen-Frage im Raum. Gleichzeitig werden Messenger zu Sales-Instrumenten und müssen als Marketing- und Absatzkanal genutzt werden.

Die ersten Markenhersteller testen bereits die Plattformen: Robert Candelino, VP of Marketing for US Haircare von Unilever, zeigte dies am Beispiel einer aktuellen Kampagne: Speziell für Frauen mit lockigem Haar kreierte Unilever ein zielgruppenspezifisches Emoji Board für Chat-Anwendungen in Messenger. Mit großer Resonanz in der Zielgruppe.

Rüdiger Maeßen ist Managing Partner bei Ketchum Pleon und leitet den Düsseldorfer Standort. Als Experte für cross-mediale Kampagnen besucht er regelmäßig die SXSW. Er twittert unter @rmaessen

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