Lord Bell und Piers Pottinger wollen die von ihnen gegründete Agentur Bell Pottinger aus dem Chime-Konzern herauslösen und planen ein Management-Buy-Out. Doch dagegen regt sich Widerstand.
Lord Bell, Pottinger sowie "weitere" Mitglieder des Senior-Management-Teams wollen Teile der PR-Sparte aus dem Mutterkonzern Chime erwerben. Laut "Guardian" betrifft dies die Marken Public Affairs, Sans Frontieres, Pelham Bell Pottinger und Issues & Crisis, jedoch nicht die ebenfalls zu Chime gehörenden Good Relations und Harvard.
Unter den Chime-Eigentümern gibt es allerdings Widerstand gegen die Pläne. Sir Martin Sorrell, dessen WPP-Gruppe 18 Prozent an Chime hält, befürchtet einen "gefährlichen Präzedenzfall" für die Chime-Gruppe und hält die Pläne für "unlogisch".
Die PR-Sparte der Chime-Gruppe trug Chime-Chairman Lord Bell zufolge nur 10 Prozent zum Gewinn des Konzerns bei, bei einem Umsatzanteil von 42 Prozent. Die Umsätze gingen um 7 Prozent zurück, vor allem wegen eines im vergangenen Jahr ausgelaufenen Etats der US-Regierung.
Zuletzt hatte auch Rolls Royce seinen PR-Etat nach neun Jahren "inhouse" geholt und nicht wieder an Bell Pottinger vergeben."PR Week" vermutet die Unruhe
durch die im vergangenen Jahr vom "Bureau of Investigative Journalism" im "Independent" veröffentlichte Affäre um Bell Pottingers "dunkle Künste" (PR Report vom 15.12.2011) als Motiv für den Rückzug aus dem Chime-Konzern. Lord Bell wies dies gegenüber dem Fachblatt zurück. Die Affäre habe "keinen Einfluss" auf die Agentur gehabt.
Die Veröffentlichungen seien "irreführend" und "fehlerhaft". Darüber habe er sich beim britischen Presserat PCC beschwert. Der Bericht des Rats steht noch aus.