12.10.2012 |   Social-Media-Guidelines-Studie von Ausschnitt

Chefs wünschen sich authentische Mitarbeiter im Web

Die Mehrheit der frei verfügbaren und von Ausschnitt untersuchten Social-Media-Guidelines stammt aus Industrie und Handel.
Die Mehrheit der frei verfügbaren und von Ausschnitt untersuchten Social-Media-Guidelines stammt aus Industrie und Handel.

In knapp 35 Prozent der deutschen Social-Media-Guidelines wünschen sich Arbeitgeber von den Mitarbeitern im Social Web "inhaltlich interessante Beiträge". Und knapp die Hälfte möchte außerdem, dass sich ihre Angestellten als solche zu erkennen geben; vor allem, wenn sie sich an Diskussionen beteiligen, die thematische Nähe zum Fachgebiet des Unternehmens aufweisen. Dies sind zwei Ergebnisse der diesjährigen Analyse von Social-Media-Guidelines durch die Medienbeobachtung Ausschnitt.

Die Anzahl der herausgegebenen Guidelines scheint sich, der Analyse zufolge, zu vervielfachen: jedes Jahr werden mehr Richtlinien veröffentlicht als noch im Jahr zuvor. Besonders staatliche Einrichtungen, politische und kirchliche Organisationen und Verbände haben hier aufgeholt.

Anweisungen verändern sich

Mit den Guidelines soll Mitarbeitern auch empfohlen werden, wie sie ihren Auftritt und ihr Verhalten auf Social-Media-Plattformen anzugehen haben. Facebook, Twitter und YouTube sind hier Spitzenreiter. Die drei Social-Media-Kanäle werden in allen Leitfäden am häufigsten genannt, dicht gefolgt vom Business-Netzwerk LinkedIn.

Anstatt dem Personal allerdings Empfehlungen auszusprechen, die sich auf konkrete Plattformen bezieht, geht der Trend hin zu allgemeinen Tipps. Die häufigsten Stichworte in den Leitfäden sind "ehrlich", "authentisch", "respektvoll", "höflich - so sollen Angestellte auftreten im Social Web und sich der "Chancen" und "Risiken" der Social-Media-Kommunikation bewusst sein.

Ihre Beiträge sollen dabei "Mehrwert" schaffen, die Mitarbeiter sollen sich Professionalität als oberstes Ziel setzen. Neben gelegentlichen Hinweisen auf die "Netiquette" fordern Firmen eher dazu auf, den "gesunden Menschenverstand" zu benutzen. Gleichzeitig werden bei knapp einem Drittel der untersuchten Unternehmen Mitarbeiter auch tatsächlich in den Social-Media-Guidelines zur Aktivität im Netz motiviert.

Beachtung der Leitfäden ist Pflicht

Social-Media-Guidelines sind keine freiwillige Angelegenheit. Im Gegenteil, die Mehrheit der untersuchten Leitfäden ist bindend. Dabei sind die Richtlinien zwar größtenteils in einem neutralen bis freundlichen Ton abgefasst, machen aber dennoch die Verbindlichkeit klar. Je strenger der Ton, desto verbindlicher der Leitfaden - und knapp ein Fünftel der Arbeitgeber droht bei Nichtbeachtung mit Konsequenzen. Eine Folge der Nichtbeachtung kann zum Beispiel die Löschung der Beiträge auf den hauseigenen Kanälen sein.

Surfdauer fast egal

Nur 18 Prozent der Social-Media-Guidelines schreiben Mitarbeitern eine konkrete Nutzungsdauer von Social Media während der Arbeitszeit vor. Es handelt sich hier hauptsächlich um staatliche Einrichtungen sowie Unternehmen der Privatwirtschaft. Die Mehrheit der Unternehmen geht in ihrem Richtlinien überhaupt nicht darauf ein, wie viel Zeit die Mitarbeiter mit Surfen im Social Web verbringen dürfen.

Unabhängig von ihren elektronischen Formaten sind zwei Drittel der untersuchten Social Media-Guidelines dauerhaft per Download erhältlich. Dies ermögliche eine exakte Kontrolle der Downloadzahlen, betonen die Autoren der Analyse.

Knapp drei Viertel der Unternehmen wünschen keine öffentlichen Kommentare zu ihren Social Media-Guidelines. Die Erfahrung zeige allerdings, dass sich im Netz neben Kritikern oft auch Unterstützer der eigenen Sache finden, fügt Ausschnitt hinzu.

Für die Analyse der Social-Media-Guidelines durch Ausschnitt Medienbeobachtung wurden 132 öffentlich zugängliche deutsche- und englischsprachige Social-Media-Guidelines anhand formaler und inhaltlicher Kriterien analysiert.

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Kommentare

Michael Kausch am 12.10.2012 um 10:29
Der oben eingebundene Link führt leider auf das falsche pdf-Dokument.
 
Nico Kunkel am 12.10.2012 um 11:53
Vielen Dank, Herr Kausch - wir haben das korrigiert!
 

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