Kaum eine Regierung nutzt die Möglichkeit, sich über die Nachrichtenplattform Twitter nach außen darzustellen. Die Autoren der Twiplomacy-Studie von Burson-Marsteller stellten fest, dass nur neun der 193 UN-Staaten unter ihrem Ländernamen twittern.
Weder ein dezidierter Landes-Account noch ein twitterndes Staats- oder Regierungsoberhaupt - das gibt es nur in zwei UN-Staaten: Deutschland und Italien. Doch auch Länder, die ein offizielles Twitter-Konto eingerichtet haben, seien oft nicht sonderlich um eine effektive Nutzung bemüht, heißt es in der Studie.
Probleme gibt es beispielsweise bei der Reichweite. Drei von fünf Länder-Accounts sind entweder nicht für jeden Nutzer öffentlich einsehbar, werden gegenwärtig nicht genutzt oder wurden schon wieder eingestellt. Damit fehle einem Großteil der UN-Staaten der richtige Zugang zur externen Kommunikation im digitalen Zeitalter, schreiben die Autoren. Ein weltweiter Dialog würde durch Nachrichtenplattformen wie Twitter enorm erleichtert.
Großbritannien, Israel und Schweden haben Burson-Marsteller zufolge Vorzeige-Accounts bei Twitter, die zu ganz unterschiedlichen Zwecken genutzt werden. Unter @GreatBritain zwitschert Großbritannien im Rahmen der im März 2012 gestarteten Marketing-Kampagne "Britain is Great", die auf die Stärken der Insel aufmerksam machen will.
Israels offizieller Twitter-Kanal @Israel dient der Kommunikation der israelischen Regierung und wird vom "Digital Diplomacy"-Team des Außenministeriums verwaltet.
Die schwedische Regierung hat einen außergewöhnlichen Weg gewählt: das Twitter-Konto @Sweden ist für die gesamte Bevölkerung geöffnet. Jede Woche teilt ein anderer Bürger Schwedens Wissenswertes über Leben und Arbeiten im Land mit dem "Twitterverse".
Die Daten wurden von Burson-Marsteller im November 2012 erhoben.
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