06.12.2012 |   Studie zur "Feminisierung der PR"

Väter machen PR-Karriere, Mütter eher nicht

Frauen ziehen gerade in den höheren Gehaltsklassen den Kürzeren.
Frauen ziehen gerade in den höheren Gehaltsklassen den Kürzeren.

In der PR-Branche sind Frauen unter 35 in der Mehrzahl, doch wird ihnen eine Karriere durch schlechtere Bezahlung im Vergleich zu Männern sowie einer familienunfreundlichen Arbeitsweise eventuell madig gemacht. Dies ist ein Ergebnis der Gemeinschaftsstudie "Er Kapitän, sie Crew?", die von GPRA, PR-Journal, PR Career Center, DPRG und der Westfälischen Hochschule in Berlin vorgestellt wurden.

Junge Frauen und ältere Männer

In der PR-Branche sind Frauen unter 35 Jahren überrepräsentiert. Das Verhältnis gleich sich in den mittleren Altersklassen zunehmend an, in den mittleren und älteren Altersklassen überwiegen dann die Männer.

Dabei sind mit 32,3 Prozent die meisten befragten Frauen zwischen 26 und 30 Jahre alt, während die meisten Männer mit 20,6 Prozent in der Klasse 31-35 Jahre zu finden sind. Typisch für die Familiengründungsphase: Frauen scheiden hier in den mittleren Alterklassen aus dem PR-Beruf aus und steigen dann entweder nicht mehr oder nur teilweise ein.

PR-Karriere heißt Verzicht auf Familie

41,7 Prozent der befragten Frauen sind ledig, fast 80 Prozent haben keine Kinder. Nahezu die Hälfte der PR-Männer hingegen ist verheiratet und Vater von zwei bis vier Kindern. Die Verfasser der Studie folgern daraus und aus der Tatsache, dass Frauen mit zunehmendem Alter die Branche verlassen, dass die Entscheidung für eine Karriere in der PR gleichzeitig bedeutet, im Privatleben zurückstecken zu müssen. Eine der Top-Forderungen von PR-Frauen ist deshalb auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Nachteile beim Gehalt

Trotz gleicher Berufserfahrung streichen Frauen weniger als die Hälfte des Gehalts ihrer männlichen Kollegen ein. Die Diskrepanz gleicht sich jedoch mit steigender Berufserfahrung an.

Auffällig ist die Gehaltsverteilung bei Frauen mit Kindern in der Branche: Frauen und Männer ohne Kinder verfügen über eine ähnliche Einkommensverteilung. Allerdings schaffen es nur rund 40 Prozent der PR-Mütter in Gehaltsklassen über 4.501 Euro. Mehr als 60 Prozent der Väter hingegen arbeiten zu solch lukrativen Konditionen. Für Gehälter über 6.501 arbeiten drei Mal so viele Männer wie Frauen.

Fast 60 Prozent der Mütter unter den PR-Schaffenden sind ernsthaft an einer Position im Top-Management interessiert. Versuchen Frauen nach einer Familienpause in das Arbeitsleben zurückzutreten, können sie die Positions- und Gehaltsunterschiede aber kaum aufholen.

Für die Studie wurden insgesamt 654 Personen - 499 Frauen und 155 Männer - befragt.

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