12.12.2012 |   Studie von Transparency Deutschland

Nachhaltigkeitsberichte vernachlässigen Anti-Korruption

Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland e.V. fordert Änderungen der GRI-Richtlinien.
Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland e.V. fordert Änderungen der GRI-Richtlinien.

Die Nachhaltigkeitsberichte deutscher Unternehmen erfüllen im Bereich Antikorruption nicht die Kriterien des internationalen Standards der Global Reporting Initative. Dies geht aus einer Studie hervor, für die Transparency Deutschland die Nachhaltigkeitsberichte von 21 Großunternehmen aus Deutschland analysiert hat.

Transparency hat 21 Nachhaltigkeitsberichte geprüft, die als besonders vorbildlich gelten und die höchsten GRI-Gütesiegel tragen. Nach der Analyse von Transparency erfüllen dabei 20 der 21 Unternehmen die Anforderungen der GRI-Richtlinien im Bereich Antikorruption nicht.

Forderung: Besser prüfen, transparenter kommunizieren

Transparency fordert nun eine sachgemäße, unabhängige Prüfung der Berichte und eine Ausweitung der Berichtsrichtlinien. Beispielsweise werde zurzeit nicht verlangt, dass Unternehmen über Hinweisgebersysteme berichten. Die NGO möchte, dass Unternehmen die Anzahl der Korruptionsvorfälle sowie die Zielgruppen der Antikorruptionsschulungen veröffentlichen müssen. Außerdem betont Transparency, dass Zahlungen an Parteien verbindlich berichtet werden und dass die Lobbyingaktivitäten offen gelegt werden sollten.

Die Global Reporting Initiative hat Richtlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung entwickelt. Diese Richtlinien geben Kriterien zu ökonomischen, ökologischen und sozial-gesellschaftlichen Themen vor und erlauben die Vergleichbarkeit von Nachhaltigkeitsberichten.

Die Transparency-Studie analysiert, ob die Unternehmen in ihren Nachhaltigkeitsberichten formal vollständig nach den Vorgaben der GRI-Richtlinien berichten.

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