13.02.2013 |   Britische Studie

Twitter ist optimales Medium für Eilmeldungen

Farida Vis, die Urheberin der Studie, durchsuchte Twitter-Meldungen zweier Journalisten.
Farida Vis, die Urheberin der Studie, durchsuchte Twitter-Meldungen zweier Journalisten.

Twitter ist weit mehr als nur ein Medium, mit dem sich schnell Befindlichkeiten und witzige Ideen teilen lassen. Dank seiner Standards wie das Einfügen von Links, das Teilen von Fotos, das Teilen etablierter Medieninhalte und natürlich Hashtags eignet sich Twitter ausgezeichnet für die Berichterstattung in Ausnahmesituationen. Dies befand eine Studie aus England, die sich mit der Berichterstattung zu den Unruhen im Jahre 2011 befasste.

Live, direkt und persönlich berichten

Farida Vis untersuchte für die Studie die Berichterstattung über die Riots anhand der Arbeit der britischen Journalisten Paul Lewis und Ravi Somaiya, die sich während der Unruhen früh und umfangreich auf Twitter stützten. Eine genauere Untersuchung der verschiedenen Twitter-Anwendungsmöglicheiten (Links, Bilder, usw.) sowie einer Inhaltsanalyse der Tweets machte deutlich, dass Twitter ein effektives Werkzeug für Berichterstattungen ist. Beide Journalisten haben überwiegend ihre eigenen Augenzeugenberichte getwittert und den Großteil der Tweets mit einem entsprechenden Hashtag versehen.

Links zu Bildern, Videos, Blogs und offiziellen Quellen sowie Fotos und Inhalte aus etablierten Nachrichtenquellen wie The Guardian über Twitter ermöglichten eine umfangreiche und zielgerichtete Berichterstattung der sich schnell und unvorhersehbar entwickelnden Ereignisse. Die Twitter-Meldungen der beiden Journalisten Lewis und Somaiya wurden von Farida Vis als signifikante Beiträge zu der Lageberichterstattung gewertet, da das Zielpublikum hier unmittelbar mit wert- und vertrauensvollen Informationen, kombiniert mit Augenzeugenberichten, versorgt wurde.

Absage an die vollkommende Neutralität

Eine signifikante Entwicklung erkannte Vis auch in der regelmäßigen Einbindung der eigenen Meinung in den Twitter-Meldungen, was auf eine Aufweichung journalistischer Normen und gleichzeitig die mögliche Entstehung einer neuen, vermischten Norm auf Twitter hinweist. Dieser so genannte "ambient journalism", entstanden durch die Twitter-typische Mischung aus Nachrichten, Information und Kommentaren ohne festgelegte Ordnung könnte zu einer Erweiterung der journalistischen Praxis, aber auch zur verbesserten Live-Berichterstattung führen.

Die Studie ist in dem akademischen Journal "Digital Journalism" erschienen und hier einsehbar.

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