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News / Streit um die Tatze
22.10.2009   News
Streit um die Tatze
 
Die Berliner Tageszeitung „taz“ weiß ein Lied davon zu singen. Der hessische Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin ist nicht zimperlich, wenn es um den Schutz seines Markenlogos, einer Wolfstatze mit ausgefahrenen Krallen, geht.
1982 ließ sich das damals noch weithin unbekannte Unternehmen seine Tatze als Markenlogo für den Textilbereich schützen – ein Schritt, den die alternative „taz“ 1979 nach dem Design ihrer Tatze versäumt hatte. Dennoch taucht die „taz“-Tatze seither immer mal wieder auf Handtüchern und anderen Abo-Werbemitteln der Zeitung auf. Zum Missfallen von Jack Wolfskin; das Unternehmen hat wiederholt dagegen geklagt.Nun hat der Outdoor-Ausrüster seine Anwälte auch gegen Hobbybastler ausgesandt, die ihre mit Pfötchen versehenen Taschen, Kissen, Stickvorlagen und Taschenspiegel auf dem Online-Marktplatz DaWanda feilboten. Die Forderung von Jack Wolfskin gegen die Feierabend-Kunsthandwerker: 991 Euro. Und es folgte, was folgen musste: Nachdem werbeblogger.de den Fall aufgegriffen hatte („Jack Wolfskin eröffnet den Abmahn-Herbst“), gifteten Blogger, sie würden ihre Wolfskin-Jacken verbrennen, aber nur „wenn sie nicht so teuer gewesen wären“, andere riefen per Twitter zum Boykott der Outdoor-Marke auf oder drohten, ihren Katalog in die Jack-Wolfskin-Zentrale nach Idstein zu schicken. Unterdessen hat Unternehmensgründer und -chef Manfred Hell gegenüber dem Werbeblogger angekündigt, die aktuellen Abmahnungen im Einzelfall zu überprüfen.Das Verhalten von Jack Wolfskin scheint symptomatisch für eine große Anzahl von Unternehmen zu sein. Offenbar sind bei vielen die Grundregeln des Online Reputation Management noch immer nicht angekommen.  (fb)

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