12.05.2011 |   Social Media

Burson-Marsteller macht verdeckte PR gegen Google

Die US-amerikanische Agentur Burson-Marsteller hat im Auftrag von Facebook versucht, Journalisten und Blogger zu einer negativen Berichterstattung über Google zu bewegen. Das hat „The Daily Beast“, ein Blog des US-Magazins „Newsweek“, schließlich aufgedeckt.

Unter anderem war die Agentur an den Blogger Christopher Soghoian herangetreten. Als sie ihm ihren Auftraggeber nicht nennen wollte, stellte Soghoian Anfang Mai nicht den erbetenen Meinungsartikel ins Netz, sondern den E-Mail-Verkehr mit einem Burson-Marsteller-Mitarbeiter. Darin liefert die Agentur Hintergrundinformationen, denen zufolge der Google-Dienst Social Circle private Daten von Profilseiten bei Facebook, Flickr, Twitter und anderen sozialen Netzwerken abschöpfen und zu Nutzer-Dossiers verarbeiten soll. Soghoian wurde im Gegenzug versprochen, seinen Blogbeitrag renommierten Medien wie der „Washington Post“ und „Politico“ zuzuspielen.

Da es sich bei Social Circle um einen Dienst handelt, der ausschließlich auf öffentlich zugängliche Daten von Netzwerkmitgliedern zugreift, sah der Blogger darin kein rechtliches Problem und auch keinen Anlass, gegen Google anzuschreiben. Auch die Tageszeitung „USA Today“ sollte negativ über Google berichten, weigerte sich aber ebenfalls.

In den vergangenen Tagen machten Gerüchte die Runde, wer hinter der Kampagne stecken könnte. Doch erst als „Newsweek“-Reporter Dan Lyons Facebook mit Belegen für den Auftrag konfrontierte, räumte ein Sprecher das Engagement Burson-Marstellers ein. Inzwischen hat auch die Agentur das Mandat bestätigt. Gegenüber „Spiegel Online“ erklärte sie: „Der Kunde wollte nicht, dass sein Name genannt wird, weil es ihm lediglich darum ging, Aufmerksamkeit auf öffentlich zugängliche Informationen zu lenken.“ Ehrlicher wäre die Erklärung gewesen, dass sich Facebook daran stört, dass Google Facebook-Daten nutzt, um Konkurrenzprodukte zu entwickeln. (bb)

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