Ein schwer erklärbares Produkt findet sich im Kundenportfolio von Scholz & Friends European Office in Brüssel: die Nato. Das westliche Militärbündnis, eigentlich als Pakt gegen den Systemgegner östlich der Elbe gegründet, feiert seinen sechzigsten Geburtstag. Die Brüsseler Filiale von Scholz & Friends (S&F) hatte sich in einem Pitch gegen mehrere internationale Mitbewerber durchgesetzt und durfte anlässlich des Geburtstags, der heute und morgen mit einem Gipfel beiderseits der deutsch-französischen Grenze in Kehl, Straßburg und Baden-Baden begangen wird, eine Online-Kampagne entwickeln.
Kern der Kampagne sind drei 45-sekündige Spots auf www.60yearsnato.info, die sich ausdrücklich an die jüngere Generation wenden. Der Inhalt auf den Punkt gebracht: „Frieden und Freiheit sind nicht so selbstverständlich wie Ihr vielleicht denkt.“ Die Spots werden in allen 26 Nato-Mitgliedsstaaten mit Bannern auf Social-Media-, Nachrichten- und Regierunsgwebsites beworben.Ob der digitale Eingeborene aber tatsächlich die abstrakt gehaltenen Spots wie gewünscht in das persönliche Facebook-Profil einbindet oder sie weiter empfiehlt, erscheint zweifelhaft. Zu vage dürften vielen 20- bis 30-Jährigen Strategie und Zweck des übrig gebliebenen Kalten Kriegers aus Brüssel erscheinen. Wer bedroht heute die Freiheit in Westeuropa? Die drei Spots von S&F machen da auch eher stutzig, spielen sie doch mit Bildern alltäglicher Gewalt.
Eines kann man jedoch gewiss sagen: Die Nato-Online-Kampagne ist Teil einer offensiveren Gesamtkommunikation des mächtigsten Militärbündnisses der Welt, zu der unter anderem auch das Nato-Fernsehen (www.natochannel.tv) gehört, das vor einem Jahr im Netz auf Sendung ging (PR Report Nr. 2114 vom 4. April 2008). Kein Zweifel: Die Nato hat das Internet ins Visier genommen. (fb)
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