25.05.2012 |   Gründer und CEO von Media Consulta

Das System Harald Zulauf

Harald Zulauf, Media-Consulta-CEO
Harald Zulauf, Media-Consulta-CEO

Kaum ein Agenturmanager in Deutschland ist so umstritten wie Media-Consulta-Boss Harald Zulauf – und gleichzeitig so erfolgreich. In nur zwei Jahrzehnten hat er eine Branchengröße in der institutionellen Kommunikation geschmiedet. Das bringt ihm Respekt ein. Gleichzeitig heißt es aus seinem Umfeld, er erkaufe sich diesen Erfolg auf Kosten seiner Mitarbeiter. 

Das System Harald Zulauf hat offenbar ein wichtiges Merkmal: Intransparenz. Nach der Rangliste von Gerhard Pfeffer ist Media Consulta Deutschlands umsatzstärkste PR-Agentur. Dabei habe er aber nicht nur die die Umsätze der expliziten Fachsparten gemeldet, weil sich das bei integriert aufgestellten Agenturen gar nicht immer so abgrenzen lasse.

Doch wer sich etwa für den Umsatz der Agentur im Jahr 2010 interessiert, stößt auf Ungereimtheiten, ebenso schwer fällt es selbst Eingeweihten, die von Zulauf postulierte Zahl von 450 Mitarbeitern nachzuvollziehen.

Lesen Sie Harald Zulaufs Antworten in der Juni-Ausgabe des PR Report... 

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Kommentare

Klaus am 29.05.2012 um 21:18
Wer dem System Zulauf noch etwas positives abgewinnen kann, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. Ich finde es gut, dass das neueste Ranking endlich dazu führt, mal etwas kritischer hinzuschauen. Es gibt aber noch ein paar Stichworte, die man zu Media Consulta ergänzend hinzufügen könnte: Wochenarbeitszeiten von bis zu 70 Stunden, interne Stundendokumentationen, die an Mitarbeiter nicht ausgehändigt werden, Termine mit dem großen Herrn und Meister abends um 23 Uhr, nachdem man eine Stunde im Vorzimmer sitzen durfte, Wochenendaudienzen in schöner Regelmäßigkeit, um eine einzige Frage zu klären, Anrufe im Schreiton, Fluktationsraten mit einer durchschnittlichen Verweildauer der Mitarbeiter von vermutlich unter einem Jahr, führungslose Abteilungen, weil keine Führungskräfte mehr gefunden werden, Spontan-Entlassungen und -Abmahnungen aufgrund von Wutanfällen, Reden auf Weihnachtsfeiern, die einer einzigen Beleidigungsorgie entsprechen, kleinliches Bürokratendasein zu Lasten der Mitarbeiter wegen Centbeträgen, Formularwahnsinn aufgrund von digitaler Verweigung des Hauptgeschäftsführers (Zulauf), diffuse Angaben von Mitarbeiterzahlen, Sprachkompetenzen und Wachstumsraten in der Öffentlichkeit - die Liste könnte kaum länger sein. Auch sollte man mal nachfragen, wie viele Etats denn wirklich in den vergangenen Jahren gewonnen wurden, zum Beispiel bei der EU. Wieso wurden zum Beispiel die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung nie veröffentlicht? Warum werden Rundmails an alle Mitarbeiter von einzelnen Mitarbeitern erst einer inhaltlichen Kontrolle unterzogen?
 
Klaus am 30.05.2012 um 07:29
Und von solchen Erfolgsmeldungen von dieser hier sollte man sich nicht blenden lassen. Jeder einzelne Auftrag wird noch einmal unter den vier Agenturen per Pitch vergeben: http://www.holmesreport.com/news-info/11861/European-Commission-Doles-Out-100m-In-New-Comms-Contracts.aspx
 

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