04.07.2012 |   Katrin Kuch über Bildsprache in der PR

"Das Wort hat vielerorts ausgedient"

Katrin Kuch von Storymaker
Katrin Kuch von Storymaker

Im Social Web etabliert sich derzeit eine uralte Ausdrucksform: Die Bildsprache. Auf Plattformen wie Instagram und Pinterest ist das Bild die Botschaft. Der Austausch findet mobil und visuell statt, ist schnell, emotional und weltweit verständlich. Die starke Verbreitung von Smartphones macht es möglich, dass Millionen ihre persönlichen Sichtweisen nicht mehr formulieren. Stattdessen bilden sie ab, wie sie die Welt sehen.

Die Zahlen sind eindeutig: Bildplattformen wie Instagram und Pinterest sind die derzeit am schnellsten wachsenden Communitys aller Zeiten. Facebook ist Instagram (zurecht) eine sagenhafte Milliarde Dollar wert. Auf Instagram werden täglich mehr als 5 Millionen Fotos geteilt. Untersuchungen zeigen, dass Bilder im Vergleich zu Text, Links und Videos mit Abstand am meisten geteilt und "geliked" werden. Doch die Umsetzung von visueller Kommunikation ist für PR-Abteilungen und –Agenturen keinesfalls trivial. PR vertraut traditionell auf die Macht des geschriebenen Wortes, Bilder werden oft lediglich als schmückendes Beiwerk gesehen.

Doch sich allein auf Fotos verlassen? Ist das überhaupt aussagekräftig genug? Wie bringe ich meine Botschaften darin unter? Gerade erst werden die Schritte im Social Web sicherer und dann schon wieder neues Terrain betreten? Einige Unternehmen sind bereits sehr erfolgreich im Visual Web unterwegs. Jede Impression der britischen Modemarke Burberry beispielsweise erntet auf Instagram mehrere Tausend Likes. Für Bilder aus der Welt des Starbucks-Kaffees interessieren sich 650.000 Follower. General Electric erreicht mit B2B-Impressionen über 100.000 Follower auf Instagram.

Angesichts der rasanten Entwicklung in Richtung Visual Web werden Unternehmen schnell lernen müssen, in Bildern zu sprechen. Und zwar abseits der klassischen Werbeästhetik. Fotografen und Grafiker sind darin Experten. Denn sie widmen ihre Kreativität der Frage: Wie kann ich Botschaften und Zusammenhänge visuell vermitteln? Gemeinsam mit ihnen gilt es, das bildliche Vokabular der Unternehmenskommunikation zu erarbeiten. Corporate Imaging bedeutet, wiederkehrende Bildelemente, Kernmotive, Farbsymbolik, gewünschte Darstellungsweisen im Sinne der Kommunikationsstrategie zu definieren. Die richtige Umsetzung will geübt sein - hier sind alle jene im Vorteil, die sich auf die neuen Ausdrucksformen beizeiten eingestellt und Erfahrungen gesammelt haben.

PR-Leute haben durch diese Entwicklungen also die Chance, das Image eines Unternehmens tatsächlich zu gestalten. Auf gute Storys kommt es weiterhin an. Doch das Wort hat vielerorts ausgedient.

von

Katrin Kuch, Account Manager, Storymaker Agentur für Public Relations. Die Diplom-Kommunikationsdesignerin und Medienwissenschaftlerin analysiert die Wirkmechanismen von Kommunikation immer auch unter visuellen Aspekten. Seit 2006 ist Katrin Kuch PR-Beraterin bei Storymaker.

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