17.09.2012 |   Studie der HHL Leipzig

Nachhaltige Firmen vernebeln oft ihre Finanzberichterstattung

Einen negativen Zusammenhang zwischen CSR- und Finanzberichterstattungsqualität sieht eine Studie der HHL Leipzig
Einen negativen Zusammenhang zwischen CSR- und Finanzberichterstattungsqualität sieht eine Studie der HHL Leipzig

Die Qualität der Finanzberichterstattung von Unternehmen, die zu einem hohen Grad unternehmerische Verantwortung (CSR) übernehmen, lässt in vielen Fällen zu wünschen übrig. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der HHL Leipzig Graduate School of Management.  

"Wir konnten sehen, dass Unternehmen die als führend im Bereich CSR wahrgenommen werden, tendenziell eine geringere Qualität der Finanzberichterstattung aufweisen", sagte Co-Autor Henning Zülch laut einer Mitteilung.

CSR und Bilanzpolitik

Unternehmen können in gesellschaftsrelevante Projekte investieren, um ihre Reputation zu verbessern. "Es ist möglich, dass Unternehmen hinter der Fassade der CSR Bilanzpolitik betreiben", sagte Autor Marcus Salewski. Die Entscheidung in CSR zu investieren könne einerseits aus Eigennutz geschehen, um etwa das Ansehen des Unternehmens oder auch der einzelnen Führungskraft aufzupolieren.

"Man kann jedoch auch argumentieren, dass Unternehmen, die ihrer sozialen Verantwortung nachkommen, indem sie in CSR investieren, Bilanzpolitik betreiben, um diese Aufwendungen in ihren Finanzberichten auszugleichen", sagt Salewski. Die Unternehmen bewegen sich im legalen Rahmen. "Sie nutzen den Rahmen nur entsprechend aus. Der Sachkundige, der Bilanzen lesen kann, erkennt das", meint Zülch.

Aufgepasst, Aufsichtsbehörden

Das Ergebnis von Salewski und Zülch ist ihrer Ansicht nach relevant für den Standardsetzer und für die Aufsichtsbehörden. Ihnen sollte klar sein, dass ein Anstieg von CSR-Aktivitäten nicht gleichbedeutend ist mit transparenteren und hochwertigeren Finanzberichten. 

Der Analyse der Leipziger Forscher liegt das "Good Company Ranking" der Beratungsfirma Kirchhoff Consult zugrunde. Dies ist ein Ranking der 90 größten europäischen Unternehmen hinsichtlich der Nachhaltigkeit ihrer Unternehmensführung. Das englischsprachige Working Paper von Marcus Salewski und Henning Zülch vom Lehrstuhl für Accounting and Auditing der HHL Leipzig Graduate School of Management ist hier erhältlich.

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