Im internationalen Vergleich twittern deutsche Journalisten wenig und nutzen allgemein Social Media am ehesten, um Themen zu recherchieren. Dies geht aus der Studie "Journalists Views and Usage of Social Media" hervor, die der Medienbeobachter Cision mit der Canterbury Christ Church University erstellt hat.
Die Autoren der Studie teilen Social-Media-Nutzer in fünf Typen ein:
Die Anteile der Nutzertypen unterscheiden sich von Land zu Land, haben die Studienautoren herausgefunden. Während etwa Australien den höchsten Anteil an "Jägern" hat, leben die meisten "Beobachter" in Deutschland.
Im Vergleich mit angelsächsischen Ländern sowie Frankreich und Finnland verbringen deutsche Journalisten die wenigste Arbeitszeit mit Social Media: Im Schnitt 2,65 Stunden pro Tag.
Die Frage, ob sie täglich einen Blog mit Bezug zu ihrer Arbeit pflegen, bejahen nur rund 8 Prozent der deutschen Journalisten. Etwa jeder Zehnte nutzt Social Media täglich, um neue Kontakte in seinem Arbeitsbereich zu finden. Rund 17 Prozent der Befragten posten täglich eigene Beiträge oder antworten auf Kommentare zu ihren Posts. Diese Werte sind niedrig im internationalen Vergleich: Jeder zweite kanadische Journalist etwa postet täglich eigene Inhalte.
In einer typischen Arbeitswoche nutzen 17 Prozent der deutschen Journos Social Reader, 46 Prozent Microblogs wie Twitter, 64 Prozent Networking-Seiten (etwa LinkedIn), 67 Prozent audiovisuelle Social Media wie Youtube, 71 Prozent Soziale Netzwerke (etwa Facebook) und 85 Prozent Content Communities (etwa Flickr, Slideshare). Ein Spitzenwert: Mehr als 35 Prozent der deutschen Nutzer bescheinigen sich "kein" oder "geringes" Wissen über Social Media.
"Vor allem ältere Journalisten in Deutschland befürchten negative Auswirkungen auf ihre Arbeit", sagte Falk Rehkopf, Geschäftsführer von Cision Deutschland, im Interview mit "pressetext". Schwedische Journalisten äußerten sich im Vergleich zu allen anderen Ländern am positivsten über die langfristig erwarteten Auswirkungen der Nutzung sozialer Medien auf ihren Berufsstand. Doch nicht etwa die Deutschen, sondern Australische Journalisten hatten hier die stärksten Bedenken.
Weitere Infos zum Global Social Journalism Barometer 2012 gibt es hier.
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