26.11.2012 |   Lebensmittelkommunikation

Foodwatch fordert mehr Gesetze gegen "Verbrauchertäuschung"

Seit fünf Jahren betreibt Foodwatch die Seite abgespeist.de - ab kommenden Frühjahr wollen die Lebensmittelhersteller kommunikativ dagegenhalten.
Seit fünf Jahren betreibt Foodwatch die Seite abgespeist.de - ab kommenden Frühjahr wollen die Lebensmittelhersteller kommunikativ dagegenhalten.

Jeder dritte Lebensmittelhersteller reagiert nach Angaben der Verbraucherorganisation Foodwatch auf öffentliche Kritik an seinen Produkten nur mit Alibi-Veränderungen. Ein Drittel der kritisierten Unternehmen ignoriere die Kritik, ein weiteres Drittel gehe auf die Beschwerden ein, erklärte Foodwatch am Sonntag.

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner müsse die "eklatanten Gesetzeslücken" schließen und stärker gegen Verbrauchertäuschung vorgehen, forderte ein Foodwatch-Sprecher. "Selbst massive Verbraucherproteste können den flächendeckenden Etikettenschwindel im Supermarkt nicht beseitigen."

Fünf Jahre nach dem Start der Kampagne abgespeist.de gegen irreführende Werbepraktiken der Lebensmittelindustrie sei "Verbrauchertäuschung" immer noch auf der Tagesordnung, kritisierte die Gruppe. Foodwatch fordert daher unter anderem Kennzeichnungsvorschriften und Regeln für lesbare Angaben auf Verpackungen. Zudem sollen Gesundheitsversprechen verboten und unausgewogene Produkte für Kinder künftig nicht mehr beworben werden dürfen.

Foodwatch ist ein rotes Tuch für viele Unternehmen in der Lebensmittelwirtschaft, die sich bisweilen zu Unrecht am Pranger fühlen, sich aber bislang kaum konzertiert wehrten. Im kommenden Jahr soll daher die neue Plattform "Die Lebensmittelwirtschaft e.V." starten, angeführt von Stephan Becker-Sonnenschein. Hinter dem Verein stecken die Verbände der Erzeuger, Lebensmittelhersteller, des Lebensmittelhandwerks und des Handels, auch Gewerkschaften, die gegenüber der Politik, Medien und Kritikern eine gemeinsame Stimme entwickeln wollen.

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Kommentare

Erich Dederichs am 27.11.2012 um 16:55
Könnte es vielleicht auch sein, dass Unternehmen die Kritik bewusst ignorieren, weil die Vorwürfe von foodwatch an den Haaren herbeigezogen oder mit der Realität nichts, aber auch gar nichts zu tun haben? Muss denn jedes Unternehmen springen, nur weil foodwatch, dem selbsternannten Verbraucherschützer etwas nicht passt?
 

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