05.03.2013 |   Bahn-PR-Chefin Antje Neubauer über ihr Sabbatical

"Machen, nicht zögern"

Antje Lüssenhop während ihrer Auszeit in Südasien
Antje Lüssenhop während ihrer Auszeit in Südasien

Den Traum von einem Sabbatical hegen viele PR-Profis, doch nur wenige verwirklichen ihn. Antje Neubauer (Foto), Leiterin PR & Interne Kommunikation bei der Deutschen Bahn, ist 2012 knapp zwei Monate allein durch Indien und Sri Lanka gereist.

Wie haben Freunde, Kollegen und Vorgesetzte auf Ihr Sabbatical reagiert?

Antje Neubauer: Offen und unterstützend. Familie und Freunde haben sich von Herzen über meine Entscheidung gefreut, da sie wissen, wie stark ich beruflich involviert bin und wie gut mir eine Auszeit tun wird. Die Deutsche Bahn, als mein Arbeitgeber, hat mir die Auszeit ermöglicht. Dieses Angebot hat die DB 2012 für rund 300 Führungskräfte im Konzern eingeführt. Die Auszeit wird individuell geplant und kann bis zu sechs Monate dauern. Und meine Kollegen und meine Mannschaft haben es operativ möglich gemacht, denn sie haben mich in meinem Sabbatical vertreten, sie haben Teile meines Jobs übernommen. Es ist ein Geben und Nehmen. Ich werde dies auch tun, sobald ein anderer Kollege diesen Schritt macht.

Wie schnell hat Sie nach der Auszeit die Hektik des Alltags wieder eingeholt?

Neubauer: Viel zu schnell!

Rückblickend betrachtet: Hat die Auszeit Ihre Karriere beeinflusst? Hat sie genützt oder geschadet?

Neubauer: Mein Sabbatical hat mich persönlich bereichert. Meine Reise hat mir Ruhe, Glück, Demut aber auch große Freude geschenkt. Deshalb kann es mir in keiner Weise geschadet haben, weder privat noch beruflich. Alles was mich stark macht, stärkt mich im Job. Und bis heute hat es keine Situation gegeben, in der mir mein Chef oder ein Kollege das Sabbatical negativ vorgehalten hätte. Das Gegenteil ist der Fall, das Interesse ist groß, da viele früher oder später ihre "eigene Reise" planen.

Welche Tipps würden Sie Menschen geben, die gern ein Sabbatical umsetzen möchten?

Neubauer: Machen, nicht zögern. Die Welt im Büro dreht sich auch ohne einen ganz gut. Der Job ist noch da, wenn man zurückkehrt und man wird erfahren, dass sich nicht allzu viel verändert hat.

Wie gelangt man im Berufsalltag zu einer gesunden Work-Life-Balance?

Neubauer: Work-Life-Balance ist ein individuelles Thema. Jeder hat eine unterschiedliche Bedürfnisstruktur und daher kann man hier nicht verallgemeinern. Ich arbeite viel und gern, ich nehme mir aber auch meine Freiräume, wenn ich sie brauche. Dies klappt mal besser und mal weniger gut. Aber mein Chef steht mir hier nie im Weg.

Interview: Andrea Munz

In der vergangenen Woche hat hier Scholz & Friends-Sprecher Markus Mayr von seiner Weltreise berichtet. Mehr zum Thema Sabbaticals und Work-Life-Balance in der PR finden Sie in den nächsten Tagen hier auf prreport.de und in der März-Ausgabe des PR Report.

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Kommentare

Klingberg am 26.10.2013 um 11:28
Wenn Politiker ihren Doktortitel verlieren, treten sie zurück. Welche Folgen hat ein falscher Titel in der Wirtschaft?

http://www.zeit.de/studium/hochschule/2013-10/bahn-promotion-betrug-doktortitel
 
Neubauer am 06.11.2013 um 21:30
machen nicht zögen: Laut Impressum der DB Kundenzeitschrift mobil heißt ehemals Frau Dr Antje Lüssenhop jetzt Frau Neubauer - auch eine Möglichkeit mit dem Problem umzugehen - bei dieser Geschichte wohl die einzige Chance
 
Berger am 26.11.2013 um 21:30
 

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