17.04.2014 |   Nachhaltigkeitsberichte

EU-Parlament macht Transparenz zur Pflicht

"© European Union 2014 - European Parliament"
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Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen künftig CSR-Berichte veröffentlichen. Der entsprechende EU-Richtlinienentwurf ist jetzt vom Europäischen Parlament durchgewinkt worden. Die Zustimmung des Rates gilt als Formsache. Betroffen sind groben Schätzungen zufolge rund 1.000 Unternehmen in Deutschland.

Damit geht die Reglementierung durch die Europäische Union auch auf diesem Gebiet weiter. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) etwa hält die Regelung für nicht notwendig, da die Zahl freiwillig veröffentlichter Nachhaltigkeitsberichte in den vergangenen Jahren ohnehin stetig gestiegen sei. Das waren der EU-Kommission allerdings zu wenig. Auch BDA, DIHK und ZDH hatten den Kommissionsvorschlag zur Zwangsberichterstattung frühzeitig abgelehnt. Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen basiert deren Meinung nach auf dem Prinzip der Freiwilligkeit.

Immerhin sind Pläne, auch kleinere und mittlere Unternehmen in die Pflicht einzubeziehen, gescheitert. Diese betrifft lediglich gelistete Unternehmen und einige nicht-börsennotierte, vor allem aus der Banken- und Versicherungsbranche - schließlich interessieren sich vor allem Investoren für das Nachhaltigkeitsengagement. Die Unternehmen sollen ab 2016 unter anderem Risiken ihrer Tätigkeit in Bezug auf ökologische und soziale Aspekte offenlegen. Als Orientierung für die Berichterstattung empfiehlt die EU diverse Richtlinien, darunter den vom Rat für Nachhaltige Entwicklung beschlossenen Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Unternehmen, die sich der Berichtspflicht entziehen, müssen dafür plausible Gründe nennen. Bizarr: Die Berichte unterliegen keiner Überprüfung durch staatliche Stellen oder etwa durch Wirtschaftsprüfer.

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Kommentare

Andreas Steinert am 24.04.2014 um 11:31
CSR-Berichte sind auch in Zukunft freiwillig.
In der Europäischen Union tätige Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen in ihren Jahresberichten (!) zukünftig Angaben zu wesentlichen ökologischen und sozialen Aspekten machen. Die Ergänzung zur Direktive 2013/34/EU verpflichtet betroffene Unternehmen nicht zu einem detaillierten Nachhaltigkeitsbericht. Es reicht, wenn Unternehmen Informationen zur Verfügung stellen, die notwendig sind, um sich ein Bild von der Entwicklung, den Geschäftsergebnissen oder der Lage einer Gesellschaft zu machen. Sind Angaben über einen bestimmten Bereich für ein Unternehmen nicht relevant, ist lediglich anzugeben, warum dies so ist. Die nicht finanzielle Berichterstattung nach nationalen, EU-basierten oder internationalen Leitlinien wie dem UN Global Compact, den GRI Leitlinien, der ISO-Norm 26000 oder dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex ist damit weiterhin freiwillig. Also kein Grund zur Aufregung:-).
 

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