16.04.2015 |   "Wir gehen auf Wachstumskurs"

Cohn & Wolfe-Chef Lünenbürger holt Julia Heymann

Der neue Cohn & Wolfe-Chef Wolfgang Lünenbürger Reidenbach und sein Führungsteam, Susan Hölling (l.) und Julia Heymann
Der neue Cohn & Wolfe-Chef Wolfgang Lünenbürger Reidenbach und sein Führungsteam, Susan Hölling (l.) und Julia Heymann

Eine "neue Ära" kündigt Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach an, der Anfang April bei der WPP-Agentur Cohn & Wolfe Posten bezogen hat. An seine Seite rückt nun noch Julia Heymann als Director.

Auch sie kommt wie Lünenbürger von einer deutschen Inhaber-Agentur, Faktor3, wo sie erst vor einem halben Jahr eingestiegen war. Bereits früher hatte sie aber mit Porter Novelli für eine Netzwerkagentur gearbeitet, zwischenzeitlich auch auf der Unernehmensseite als Interim-PR-Managerin, etwa bei der Gema. Als "operativ exzellente" Führungskraft, wie es in einer Mitteilung heißt, wird sie sich wohl auch die internen Prozesse anschauen, vor allem aber dürfte Heymann gemeinsam mit Lünenbürger das schwächelnde Marken- und Consumer-Geschäfts anpacken wollen, das bei Cohn & Wolfe weltweit im Aufwind liegt. In Deutschland gilt es aufzuschließen.

Hinter den beiden Führungsspitzen operiert Susan Hölling, die Lünenbürger in den Rang eines Associate Director erhoben hat. Sie arbeitete bereits eng mit dem früheren Hamburgchef Oliver Struckmeier, der die Agentur verlassen hat und kürzlich bei der Healthcare-Agentur 3K wieder auftauchte. Und nach dem Abschied von Finanzchefin Catherine Dächert-Tessier kümmert sich die Münchner Schwester-Agentur Axicom um die Bücher.

Bereits in die kommenden Wochen will sich Lünenbürger bei ersten Pitches punkten. Erstes Wachstums könne man mit den bestehenden Ressourcen stemmen, sagt Lünnenbürger. Derzeit arbeiten in Hamburg rund zehn Leute, das Frankfurter Büro wurde bekanntlich geschlossen. Das Geschäft von Cohn & Wolfe in Deutschland machen insbesondere die Sparten Healthcare, Consumer und Corporate aus, in den vergangenen Jahren war es allerdings sehr ruhig geworden um die Agentur – wegen "wenig sichtbarer Corporate- und Change-Mandate" zum Beispiel, wie es vor einiger Zeit hieß. Derzeit liefert das Netzwerk etwa die Hälfte des Geschäfts in Deutschland zu, zu den größeren deutschen Kunden gehören Iberogast oder die Wellness-Sparte von Philips.

Nach dem Abschied des kurzzeitigen CEOs Alfred Jansen spekulierte die Branche, Cohn & Wolfe gebe den deutschen Markt auf, auch mit Blick auf die ohnehin zahlreichen Ableger von WPP-Agenturen hierzulande. Die Rechnung hatte man dabei offensichtlich ohne die ambitionierte Agenturchefin Donna Imperato gemacht, die WPP-Chef Martin Sorrell jüngst zumindest global gesehen erfreuliche Zahlen präsentierte - und den deutschen Markt nicht aufgeben will. Dafür spricht zumindest das Investment in die neue Führungsmannschaft, die sich kaum nur von schönen Worten zur einer Agentur hat locken lassen, die scheinbar danieder liegt. Man trete "mit dem Auftrag an, die Agentur weiterzuentwickeln und ihr auch in Deutschland wieder zu der Bedeutung zu verhelfen, die sie international hat", heißt es aus dem neuen Führungskreis in Deutschland.

Zur Zukunft der digitalen Kommunikation hatte sich Lünenbürger in der Vergangenheit immer wieder offensiv positioniert, sein eigenes digital-orientiertes Profil will er in der Rolle als Deutschlandchef einer Netzwerkagentur als Wettbewerbsvorteil interpretiert wissen. In die entsprechende Kerbe schlägt Lünenbürger immer wieder. Cohn & Wolfe in Deutschland sei eine kreative, digital fitte Agentur, "und wir sind auf Wachstumskurs".

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