
Vier Mal im Jahr zeichnet die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) mit ihrem Vertrauensindex ein aktuelles Bild des öffentlichen Vertrauens in acht ausgewählte Branchen der deutschen Wirtschaft. Kooperationspartner sind seit Beginn der Auswertung im Oktober 2009 die "Wirtschaftswoche" und der PR Report. Im Auftrag der GPRA befragt das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid regelmäßig mehr als 1.000 Personen.
Exklusiv für den PR Report untersucht der Juni-Index zudem die Frage: Welchen öffentlichen Institutionen vertrauen Sie? Gefragt wurde nach dem Vertrauen in Polizei, Bildungseinrichtungen, Bundesverfassungsgericht, Bundeswehr, städtische Behörden, öffentlich-rechtliches wie privates Fernsehen, Gewerkschaften, Kirchen, Presse und Parteien.
Die Ergebnisse zeigen weiterhin ein deutliches Zutrauen in die Polizei (89 Prozent), in Bildungseinrichtungen (81 Prozent) und in das Bundesverfassungsgericht (80 Prozent). Die Bundeswehr konnte nach ihrem starken Verlust von minus elf Prozent beim GPRA-Vertrauensindex aus dem Februar bei der aktuellen Befragung immerhin zwei Prozentpunkte an Ansehen hinzugewinnen. Im Frühjahr hatte der ungeklärte Tod einer Rekrutin auf der „Gorch Fock“ und die just beschlossene Reform der Streitkräfte das Verhältnis der Bürger zur Bundeswehr offenbar stark gestört. Laut aktuellem Index (Befragungszeitraum: 30. Mai bis 1. Juni) bauen 66 Prozent der insgesamt rund 1.000 Befragten auf die Institution Bundeswehr.
Mit vier Prozentpunkten konnten die Kirchen im Vergleich zur vorangegangenen Befragung dieses Mal den größten Vertrauensgewinn für sich verbuchen. Trotz der äußerst kritisch begleiteten Aufarbeitung der Anfang 2010 bekannt gewordenen Missbrauchsfälle glauben nun 48 Prozent der Befragten an diese Institution. Vor allem die 14- bis 29-Jährigen und Menschen ab 50 Jahren bauen auf diese Einrichtung.
Während das Fernsehen, egal ob öffentlich-rechtliches (64 Prozent) oder privates (33 Prozent), auf demselben Vertrauensniveau wie während der letzten Befragung verharrt, hat die Presse mit minus fünf Prozent diesmal mit dem größten Vertrauensverlust unter allen untersuchten Institutionen zu kämpfen. Lediglich 39 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, sich auf die Presse zu verlassen. Damit ist das Vertrauen in diese Medieninstitution wieder auf Vorjahresniveau angelangt. Vor allem junge Menschen und solche mit Volksschulabschluss halten der Umfrage zufolge wenig von der Presse.

Vier Mal im Jahr zeichnet die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) mit ihrem Vertrauensindex ein aktuelles Bild des öffentlichen Vertrauens in acht ausgewählte Branchen der deutschen Wirtschaft. Kooperationspartner sind seit Beginn der Auswertung im Oktober 2009 die "Wirtschaftswoche" und der PR Report. Im Auftrag der GPRA befragt das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid regelmäßig mehr als 1.000 Personen.
Fünf der acht betrachteten Branchen verzeichnen einen Vertrauensrückgang. Besonders stark hat der Glaube an die Informationstechnologie gelitten (minus 1,9). Der Indexwert sinkt auf 41,4. Schuld daran könnten die in jüngster Zeit vermehrt bekannt gewordenen Hackerangriffe etwa auf das Playstation-Netzwerk von Sony und Datenlecks bei Facebook und dem Google-Betriebssystem Android sein. Trotzdem bleibt diese Branche in der Gesamtbetrachtung unverändert auf Platz zwei.
Angesichts der seit Mai auftretenden Infektionen mit dem Ehec-Erreger und einer immer wahrscheinlicher werdenden Übertragung durch den Verzehr bestimmter Gemüsesorten überrascht es, dass das Vertrauen in die Lebensmittelbranche im Vergleich zur letzten Befragung im Februar deutlich um 1,6 gestiegen ist (Indexwert: 37,8). Damit klettert dieser Industriezweig vom sechsten auf den vierten Rang und verweist die Logistikbranche (Verkehr und Transport; Indexwert: 37,1) und die chemische Industrie (35,9) auf die Plätze fünf und sechs.
Weiterhin sind die Branchen Finanzen (34,5) und Energie (33,4) die Wirtschaftszweige, die das geringste Vertrauen unter den Befragten genießen.
