
Die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) stellt seit Ende Oktober 2009 vier Mal im Jahr einen Vertrauensindex vor. Kooperationspartner sind die "Wirtschaftswoche" und der PR Report. Im Auftrag der GPRA befragt das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnids regelmäßig rund 1.000 Personen zu ihrem Vertrauen in acht ausgewählte Branchen der deutschen Wirtschaft.
Exklusiv für den PR Report untersucht der Index zudem die Frage: Welchen öffentlichen Institutionen vertrauen Sie? Gefragt wurde nach dem Vertrauen in Polizei, Bildungseinrichtungen, Bundesverfassungsgericht, Bundeswehr, städtische Behörden, öffentlich-rechtliches wie privates Fernsehen, Gewerkschaften, Kirchen, Presse und Parteien.
Auch im dritten Quartal ist das Vertrauen in die Polizei mit 91 Prozent unverändert hoch. Einen besonders starken Vertrauensgewinn verzeichnen die Bildungseinrichtungen und die Bundeswehr. Hier stieg das Ansehen um jeweils sechs Prozentpunkte. Ein Grund dafür könnte in der erhöhten medialen Auseinandersetzung im Zuge der Reform der Bundeswehr und insbesondere in der Debatte um die Aufhebung der Wehrpflicht liegen. In Sachen Bildung scheinen sich die Gemüter nach der Studentenrevolte im Frühjahr und verschiedenen Schulreform-Vorhaben einzelner Bundesländer wieder beruhigt zu haben.
Auch die Kirchen legten in der Gunst der Befragten zu: 44 Prozent der Bevölkerung vertrauen auf deren Segen, fünf Prozentpunkte mehr als im Juni. Das könnte als positives Zeichen dafür gewertet werden, wie die Kirchen an der Aufklärung der Missbrauchsfälle durch Ordensleute mitwirkt.
Erstmals hat die GPRA ein Medienscreening in Kooperation mit dem Dienstleister PMG in Auftrag gegeben. Die Chemiebranche hat demnach trotz geringer Medienpräsenz das beste Image. Anders als der Finanzsektor, über den oft, aber häufig negativ berichtet wird; Gleiches gilt für die Energiebranche.

Die IT-Branche verzeichnet im dritten Quartal einen hohen Vertrauensgewinn. Mit einem Indexwert von 43,3 belegt sie nun den zweiten Platz hinter der Automobilindustrie, die ebenfalls an Ansehen gewonnen hat (Indexwert: 45,7). Das Medienscreeening von PMG kommt zu dem Schluss, dass beide Branchen vor allem bei Qualität und Kompetenz im vergangenen Quartal punkten konnten. Das Vertrauen in den Finanzsektor ist dagegen unverändert gering (Indexwert: 33,7). Die Finanzkrise, die Diskussion um Ex-Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin und die anhaltenden Spekulationen um die HSH Nordbank haben laut Medienscreening die Einstellung der Befragten beeinflusst. Die Gesundheits- und die Energiebranche büßen das meiste Vertrauen ein. Ein Grund: Die überwiegend negative Berichtersattung zur Gesundheitsreform und zum Energiekonzept der Bundesregierung. Die Rangfolge im Index beliebt jedoch unverändert.
