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Hans-Gerd Bode
02.02.2016   News
"Salami-Taktik halte ich für nicht zutreffend"
 
Im großen Interview mit dem PR Report wehrt sich Volkswagen-Kommunikationschef Hans-Gerd Bode gegen Kritik an der Krisen-PR des Konzerns. Den Eindruck, dass Volkswagen im Manipulationsskandal immer nur das bestätigt habe, was ohnehin schon nachgewiesen wurde, wies er ausdrücklich zurück. Bode sagte: "Uns Salami-Taktik vorzuwerfen, halte ich für nicht zutreffend."

Zu dem viel diskutierten und kritisierten Interview des Volkswagen-Chefs Matthias Müller mit einem US-Radiosender sagte er: "Es handelt sich um exakt eine Antwort, die in dem Kontext missverständlich interpretiert wurde, daher haben wir den Reporter gebeten, die Frage und den Kontext deutlicher zu akzentuieren. Daraus wurde ein PR-Skandal abgeleitet, da kann man kaum inhaltlich etwas beitragen. Volkswagen ist sich der Situation in Amerika in vollem Umfang bewusst und arbeitet an der Lösung der Thematik mit den zuständigen US-Behörden."

Der PR-Chef räumte ein, dass die Krisenkommunikation "für die Zukunft strukturell anders" aufgestellt werden müsse. Auch die interne Kommunikation müsse verbessert werden. "Infrastrukturell ist Volkswagen bei der Mitarbeiterkommunikation leider nicht so aufgestellt gewesen, wie man es vielleicht erwarten könnte", sagte Bode. "Wir müssen weg von traditionellen Zeitungsformaten, hin zu tagesaktuellen, eigentlich sogar minutenaktuellen Informationen, wie man sie von den gängigen Onlineportalen gewöhnt ist." Zum Teil habe man die 600.000 Mitarbeiter als Botschafter verloren.

Bode kritisierte Teile der hiesigen Medien: "Wenn Dinge fahrlässig infrage gestellt werden, dann liegt das vielleicht auch daran, dass besonders deutsche Medien den Hang haben, Themen masochistisch zu betrachten. Ausländische Medien gehen mit diesem Thema völlig anders um." Weiter sagte er: "Zum Glück muss ich nicht die Arbeit der Medien bewerten. Wenn wir das tun würden, hätten wir sicher auch eine Skala von eins bis 100, auf der wir wüssten, wo sich einige Medien befinden, weil sie zum Beispiel voreilige Schlüsse ziehen, weil sie unzureichend recherchieren."

Auf die Frage, ob der Volkswagen-Vorstandsvorsitzende Matthias Müller mit seinem Auftritt beim Leipziger Opernball im Herbst 2015 sich selbst und Volkswagen geschadet habe, erwiderte Bode: "Das schadet nur Leuten, die kleingeistig sind. Das war eine Wohltätigkeitsveranstaltung, dabei die Anwesenheit desjenigen infrage zu stellen, der diese Veranstaltung möglich gemacht hat und bei der zudem 50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Israel und Deutschland gefeiert wurden, dazu fällt mir, ehrlich gesagt, recht wenig ein."

Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des PR Reports