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BASF-Vorstandsvorsitzender Kurt Bock landet auf Platz 1: er hat sich am verständlichsten ausgedrückt.
11.06.2013   News
BASF-Boss Kurt Bock ist der verständlichste Dax-30-CEO
 
Unter den Dax-30-CEOs drückt sich BASF-Chef am verständlichsten aus. Dies haben Forscher der Universität Hohenheim in einer Analyse der Vorstandsreden auf Jahreshauptversammlungen herausgefunden. Andere CEOs sparten nicht mit Bandwurmsätzen, abstrakten Begriffen, zusammengesetzten Wörtern und nicht erklärten Fachbegriffen.

Mithilfe einer Software untersuchten die Forscher unter anderem den Abstraktheitsgrad, den Fremdwort-Anteil und die Satzkomplexität der Reden sowie den "Fass Dich Kurz"-Index. Heraus kam eine Verständlichkeitsskala von 0 (so verständlich wie eine Doktorarbeit) bis 10 (so verständlich wie Radio-Nachrichten).

BASF-Chef an der Spitze

BASF-Boss Kurt Bock führt 2013 die Liste mit einem Wert von 7,4 an und hat damit die verständlichste Rede gehalten (Link zum Redemanuskript). Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine deutliche Verbesserung: 2012 schnitt Bock mit nur 3,2 ab. Der Vorjahres-Sieger, Telekom-Boss René Obermann, landete knapp auf dem zweiten Platz mit einem Verständlichkeitswert von 7,3 (Vorjahr: 7,2). Den dritten Platz sicherte sich Peter Terium, Vorstandsvorsitzender der RWE, mit einem Wert von 6,9.

Vier weitere Vorstandsvorsitzende hielten Reden, die ein breiteres Publikum auch ohne spezielle Vorkenntnisse verstehen könnte. Sechs Führungskräfte hingegen blieben unter einem Verständlichkeitswert von 3,0 - allen voran Deutsche Börse-Chef Reto Francioni. Mit einem Wert von 1,3 hielt er die unverständlichste Rede (hier geht es zum Manuskript), gefolgt von Linde-Chef Wolfgang Reitzle (1,4) sowie Frank Appel von Deutsche Post DHL (1,6).

Mehr Klartext kann Reputation verbessern

Klartext sei eindeutig das, was in vielen Reden fehlt, beklagen die Forscher. Stattdessen werde das Verständnis durch schwierige Wortkonstruktionen und Endlossätze blockiert. Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim sieht dies unter anderem darin begründet, dass auf Hauptversammlungen Analysten und Wirtschaftsjournalisten als Zielgruppe betrachtet würden. Die breite Öffentlichkeit werde oft ausgeklammert. Dabei seien auch auf Hauptversammlungen Reden, die für eine breitere Öffentlichkeits verständlich sind, sinnvoll für den Auf- und Ausbau von Reputation. 

Im Vergleich zu 2012 habe sich die Qualität im Schnitt von 3,8 auf 4,6 verbessert. Den größten Anstieg der formalen Verständlichkeit im Vergleich zum Vorjahr weist die Rede von Ulf M. Schneider (Fresenius SE) mit einen Plus von 5,4 Punkten auf; gefolgt wird er von Kurt Bock (BASF, +4,2) und Martin Blessing (Commerzbank, +2,6).