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News / Journalisten in der Vertrauenskrise
Immerhin acht Prozent der Umfrageteilnehmer fällt keine große Herausforderung ein
21.07.2014   News
Journalisten in der Vertrauenskrise
 
Wenn ein paar Journalisten Glaubwürdigkeit für die größte Herausforderung des laufenden Jahres halten, ist das bemerkenswert. Wenn mehr als 60 Prozent von ihnen das so sehen, dann ist das bezeichnend. 63 Prozent sind es laut dem jüngsten Social Media Trendmonitor von News aktuell und Faktenkontor.

Unter Zeitschriften- und Tageszeitungsjournalisten ist die Mehrheit derjenigen, die Glaubwürdigkeit derzeit den höchsten Stellenwert einräumen, noch größer. 73 respektive 72 Prozent halten die Arbeit an der eigenen Reputation für wichtigste Aufgabe. Eine Grund für die Vertrauenskrise nennt der Medienwissenschaftler Stephan Russ-Mohl in seinem kürzlich erschienenen Artikel "Dichtung und Wahrheit" auf Tagesspiegel.de: Die PR habe den Journalismus per Pressearbeit "infiltriert". Viele Redaktionen hätten die ihnen gelieferten Inhalte ungeprüft übernommen. "Weil auf diese Weise die ,andere Hälfte' der Wahrheit systematisch ausgeblendet wird, hat die Glaubwürdigkeit des Journalismus Schaden genommen."

An der Online-Umfrage für den Social Media Trendmonitor nahmen 241 Journalisten teil. Fast ein Drittel von ihnen arbeitet im Bereich Online und Multimedia, 29 Prozent sind bei Zeitschriften beschäftigt, 15 Prozent bei Tageszeitungen. Auf Platz zwei der größten Herausforderungen rangieren bei den Befragten mobile Medienangebote (52 Prozent), gefolgt von der Aufgabe, höhere Digitalerlöse zu erwirtschaften (40 Prozent).