10.08.2015 |   Journalisten-Befragung von Ecco und newsroom.de

Die Bedeutung von Pressekonferenzen sinkt

Viele Journalisten empfinden Pressekonferenzen mittlerweile als Zeitverschwendung.
Viele Journalisten empfinden Pressekonferenzen mittlerweile als Zeitverschwendung.

Journalisten betrachten Pressekonferenzen größtenteils als Zeitverschwendung. Aufgrund von gekürzten Budgets und wachsendem Zeitdruck möchte der Großteil der Journalisten die Arbeitsbelastung nicht noch mit derartigen Veranstaltungen erhöhen. Lieber trifft man sich persönlich und spricht unter vier Augen. Dies geht aus einer Studie des PR-Agenturnetzwerks Ecco in Zusammenarbeit mit newsroom.de hervor.

Als klassisches Mittel der Öffentlichkeitsarbeit hat die Pressekonferenz mittlerweile schlechte Karten. 66,3 Prozent der befragten Journalisten gab an, dass Pressekonferenzen in den letzten fünf Jahren an Bedeutung verloren hätten. Für knapp 11 Prozent sind sie sogar unbedeutend geworden. Bedeutend wichtiger geworden sind nach Angaben der Befragten Vier-Augen-Gespräche (54 Prozent) sowie die Websites von Unternehmen (65 Prozent). Bei Pressemitteilungen hält es sich übrigens fast die Waage: hier sagen ca. 48 Prozent, diese hätten an Bedeutung gewonnen, während ungefähr 45 Prozent das Gegenteil behaupten.

PR-Schaffende werden wichtiger


Zum persönlichen Kontakt gehört für Journalisten auch die Zuarbeit durch Pressestellen. Rund zwei Drittel der Journalisten, die für General-Interest-Medien arbeiten, sagten aus, dass PR-Agenturen und Pressesprecher in den letzten fünf Jahren für ihre Arbeit an Bedeutung gewonnen hätten oder sogar extrem wichtig geworden sind.

Düstere Aussichten

Die Aussichten für Journalisten sind nach deren Angaben nicht rosig. Klassische Medien gingen zurück, speziell für Tageszeitungen prognostizieren mehr als die Hälfte der Befragten dramatische Rückgänge. Gerade einmal vier Prozent äußert Hoffnung auf eine gleichbleibende Entwicklung. Neben dieser Unsicherheit sei die Arbeitsbelastung gestiegen, wie 81 Prozent der Journalisten feststellen. Als Resultat dessen nennen 79 Prozent Qualitätseinbußen.

Zur sinkenden Qualität kommt noch das Problem der Glaubwürdigkeit. Die Grenze zwischen redaktionellen und bezahlten Inhalten verschwänden zumindest teilweise, so der Großteil der Befragten. Die Konsequenz hieraus ist für 93 Prozent eine sinkende Glaubwürdigkeit der Medien.

Eine Direktvermarktung ist nur für die Wenigsten eine Option: Knapp zwei Drittel (62,7 Prozent) der Antwortenden sehen in Blogs und Newslettern eine Möglichkeit, die eigene Leistung zu vermarkten, aber nur 15,4 Prozent können sich das wirklich für sich vorstellen. Die anderen halten es für kaum möglich, davon zu leben.

Für die Studie wurden 7000 hauptberuflich tätige Journalisten für eine Online-Befragung kontaktiert.

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