23.01.2012 |   Schlecker-Insolvenz

Imagewerte im Sinkflug

Die Insolvenz-Nachricht im Blog des Drogerie-Discounters Schlecker
Die Insolvenz-Nachricht im Blog des Drogerie-Discounters Schlecker

"For You. Vor Ort. For Bye": Die Häme des Web 2.0 über den schiefen Schlecker-Slogan ließ nach der Insolvenz der Drogeriekette nicht lange auf sich warten. Viele haben es geahnt: Das 2010 gestartete Restrukturierungskonzept "Fit for future" und der Slogan "Schlecker – For you, vor Ort" konnten die Imagewerte der Marke nicht aus dem Keller befreien. 

Umfragen zufolge sinkt das Ansehen der Marke Schlecker seit Jahren und liegt derzeit abgeschlagen hinter den Konkurrenten Rossmann und dm. Aktuell lägen die Imagewerte von Schlecker mit minus 37,8 Punkten "dramatisch unter" den äußerst beliebten Marken Rossmann (plus 79,4) und dm (88,3), heißt es Medienberichten zufolge in einer Markenstudie des Meinungsforschungsinstituts YouGov. 

Dem Institut zufolge hat auch die neue Strategie des Unternehmens nicht zu einer Trendwende geführt. "Die Lage ist aus Markensicht seit längerer Zeit ernst", bilanziert YouGov. Das Institut befragt für aktuelle Markenstudien in Deutschland nach eigenen Angaben täglich mehr als 2.000 Personen. Demnach befand sich der Imagewert von Schlecker Anfang 2008 noch im positiven Bereich. Seitdem zeige sich ein schleichender, aber weitgehend kontinuierlicher Abstieg. 

Im Jahr 2010 hatte Firmengründer Anton Schlecker seine beiden Kinder Meike und Lars nach vorne geschickt. Die sollten mit ihrem jugendlicheren Auftreten und vielen Presse-Interviews die neue Offenheit der zuvor so unnahbaren Firma repräsentieren. Zwar musste der Discounter in den vergangenen Monaten von einstmals weit über 8000 Filialen bereits hunderte schließen. Den verbliebenen Märkten wurde aber eine neues Logo verpasst, zusammen mit dem berühmt-berüchtigten Claim "Schlecker - For you, vor Ort" sollte signalisiert werden: Bei Schlecker tut sich was.

Doch vor allem der Claim sorgte für Wirbel: Bereits im Oktober prasselte im Internet viel Häme über das Unternehmen ein, nachdem Ein Leser der Zeitschrift "Deutsche Sprachwelt" den denglischen Slogan gegenüber der Kette kritisiert hatte und ein Schlecker-Sprecher ihn mit dem "niedrigen bis mittleren Bildungsniveau" seiner Kunden verteidigte: Diese Massenzielgruppe zähle eben nicht zu den "reflektierten Sprachverwendern". Es folgte ein "wunderschöner Trainingsshitstorm für deutsche Unternehmen", wie es der Blogger Sascha Lobo formulierte. Patrick Hacker von der Agentur komm.passion versuchte im Schlecker-Blog, die Wogen zu glätten

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