08.03.2013 |   Global Journalist Survey

Deutsche Journalisten loben PR-Agenturen

Artikelform und verworrende Inhalte sind für Journalisten die größten Störfaktoren bei Pressemitteilungen
Artikelform und verworrende Inhalte sind für Journalisten die größten Störfaktoren bei Pressemitteilungen

Deutsche Journalisten verlassen sich bei Recherchen größtenteils auf Wikipedia, misstrauen Twitter und sehen einen positiven Trend in der Arbeit von PR-Agenturen. Dies ergab eine länderübergreifende Studie von 10 Yetis PR zur Arbeitsweise von Journalisten. Auch PR-Agenturen können hier hilfreiche Tipps für die Zusammenarbeit mit Redaktionen abgreifen.

Wikipedia-Recherche ist kein Mythos

91 Prozent der deutschen Journalisten nutzen Wikipedia als Recherchequelle, zweifeln jedoch an der Zuverlässigkeit von Tweets. Lediglich 20 Prozent der befragten Journalisten verwenden die Microblogging-Plattform Twitter, um nach Inhalten zu suchen. Bei Journalisten aus Großbritannien ist das Verhältnis ziemlich genau andersherum: Während auch dort 82 Prozent bei Wikipedia nach Hintergrundinfos suchen, frequentieren 75 Prozent Twitter auf der Suche nach spannenden Themen. Die Verfasser der Studie betonen, dass viele der Journalisten kommentierten, sie würden stets die Informationen von Wikipedia noch einmal verifizieren.

Journalismus und PR im Spannungsfeld

Das Verhältnis von Journalisten und PR-Schaffenden scheint den Umfrageergebnissen zufolge von Land zu Land sehr unterschiedlich zu sein. Pressemitteilungen sind immer noch die wichtigsten Quellen für Journalisten auf der Suche nach einer Story, ganz gleich, aus welchem Land sie kommen. Obwohl mindestens 20 Prozent der Teilnehmer in Deutschland, UK und den USA aufdringliche PR-Agenturen als größte Belastung in ihrem Berufsalltag empfinden, stufen sie die Arbeit der Agenturen jedoch ganz verschieden ein.

Deutsche Agenturen kommen gut weg

45 Prozent der britischen und amerikanischen Journalisten sind beispielsweise genervt von PR- und SEO-Agenturen, die am Telefon darauf bestehen, dass Links in Online-Artikel eingefügt werden. In Deutschland blicken Journalisten positiv auf die PR-Agenturen: sie sind die einzigen Schreiberlinge, die der Meinung sind, die Arbeit von PR-Agenturen habe sich im letzten Jahr verbessert. Zudem finden sie, dass die Agenturen relevante Informationen liefern.

Fehlerhafte Pressemitteilungen nerven

Als Handlungstipp für PR-Agenturen kann wohl auch die einstimmige Angabe zu den Top 3 "Turn-Offs" der Journalisten gesehen werden: verworrene Pressemitteilungen, Artikelform statt Mitteilungscharakter sowie schlechte Rechtschreibung und Grammatik bringen die Schreiber weltweit auf die Palme.

An der Online-Befragung nahmen 2.600 Journalisten und Redakteure teil, die für die größten Publikationen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA tätig sind.

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Kommentare

HvE am 08.03.2013 um 22:11
"Schreiberlinge" - wer möchte eigentlich so despektierlich genannt werden? Mind your words and thoughts dear "Kommunikationsexperten"
 

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