05.04.2013 |   Silverpop-Umfrage zu Marketing-Wahrnehmung

Zu allgemeines Marketing nervt deutsche Verbraucher

Deutsche Konsumenten sind genervt vom Marketing und wünschen sich eine persönlichere Ansprache.
Deutsche Konsumenten sind genervt vom Marketing und wünschen sich eine persönlichere Ansprache.

Marketing-Kommunikation ist ein Störfaktor, der rund die Hälfte der deutschen Verbraucher nervt. Ihnen wäre es lieber, von Unternehmen keine Informationen zu erhalten. Dies fand der Digitalmarketing-Softwareanbieter Silverpop mit Hilfe einer Forsa-Umfrage heraus.

48 Prozent aller befragten Konsumenten wäre es recht, wenn Unternehmen sie in Ruhe ließen. Für die andere Hälfte, die positiver gegenüber der Marketingkommunikation gestimmt ist, gilt: Nur 15 Prozent interessieren sich für sämtliche Inhalte und Angebote, während sich 35 Prozent auf sie zugeschnittene Inhalte wünschen.

Dies ist allerdings kaum der Fall: 58 Prozent erhalten zu viel, 50 Prozent zu allgemeinen Content. Lediglich 14 Prozent geben an, auf ihre Interessen abgestimmte Angebote zu erhalten.

Kein Interesse an Pauschalinfos

Wenn Marketing nicht persönlich auf Verbraucher zugeschnitten ist, ist laut Silverpop die Chance, Aufmerksamkeit zu bekommen, gering. Über die Hälfte der Verbraucher (57 Prozent) überfliegen Nachrichten und entscheiden nach Interesse, ob diese ungelesen gelöscht werden. Ungefähr ein Viertel liest Marketinginhalte ausschließlich, wenn sie zu ihren eigenen Interessen passen.

Somit wird für Silverpop deutlich, dass eine genaue Kundenkenntnis für Unternehmen unumgänglich ist, weil nur präzise abgestimmte Angebote Aussicht auf Erfolg haben. Doch bislang passen den Machern der Umfrage zufolge nur 17 Prozent der Marketer Inhalte und Angebote gezielt an; die Mehrheit, 70 Prozent, schneidet diese nach wie vor auf Zielgruppen vor und differenziert nur nach Alter, Einkommen und Wohnort. Laut Silverpop ist dies zu pauschal für die heterogene Konsumentenlandschaft.

Medienkanäle müssen besser ausgewählt werden

Neben der individualisierten Ansprache ist die Wahl des Medienkanals für den Kommunikationserfolg ausschlaggebend. Je mehr Marketing-Experten über Konsumenten wissen, desto gezielter kann die Kommunikation ausfallen. Schließlich nehmen nicht alle Konsumentengruppen alle Medienkanäle gleich stark war.

So geben Frauen zu 77 Prozent an, vor allem Post-Zusendungen zu erhalten, registrieren aber nur zu 30 Prozent Informationen über die Website. Bei Männern sind es wiederum 45 Prozent.

Weitere Unterschiede bieten sich auch in der Schulbildung, da Menschen mit Abitur beispielsweise Informationen per Email genauso stark wahrnehmen wie Post-Zusendungen (76 und 77 Prozent), während Verbraucher mit Hauptschulabschluss deutlich häufiger angeben, Informationen per Post zu bekommen (68 Prozent) als via E-Mail (45 Prozent). Hier muss Silverpop zufolge klar differenziert werden in der Ansprache.

Befragt wurden zuerst 1.000 Verbraucher aus Privathaushalten zwischen 18 und 65 Jahren. Anschließend interviewte Forsa 102 Marketingverantwortliche aus Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern aus diversen Branchen.

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