28.06.2013 |   European Communication Monitor 2013

Handfeste Pläne für internationale Kommunikation fehlen

Die Bedeutung von internationaler Kommunikation wird von Profis nicht unterschätzt.
Die Bedeutung von internationaler Kommunikation wird von Profis nicht unterschätzt.

Rund zwei Drittel von Europas Kommunikationsprofis sehen internationale Kommunikation für sich als wichtig an, drei Viertel erwarten gar eine steigende Bedeutung. Allerdings haben nur etwa 47 Prozent bereits Strukturen und Strategien geschaffen. Die internationale Kommunikation gehöre zu den großen Herausforderungen der nahen Zukunft, formuliert der European Communication Monitor (ECM), der in jetzt in der aktuellen Auflage 2013 vorliegt.

Gut vernetzt scheint den Ergebnissen zufolge Deutschland, als Exportnation: 30 Prozent der deutschen PR-Profis haben es in der Kommunikation mit Kollegen aus mehr als 20 anderen Ländern zu tun. Höhere Werte melden nur die Schweiz, Frankreich und Belgien, dort liegt dieser Anteil bei jeweils deutlich über 40 Prozent.

Mit Abstand die größte Rolle im Austausch spielen dabei die Nachbarn in Europa, an zweiter Stelle kommen die USA, vor Asien und dem Nahen Osten. Mit Blick auf die Kommunikation in Ländern außerhalb Europas, sehen die Befragten als größte Herausforderungen, ihre Kommunikationsstrategien etwa auf kulturelle wie politische Unterschiede einzustellen (73,7 Prozent) oder die besonderen Bedürfnisse der örtlichen Anspruchsgruppe auszuloten (72,2 Prozent).

Links zwischen Komm- und Businesszielen schaffen

Als größte Herausforderungen sehen die Befragten, ihre Kommunikationsziele an den allgemeinen Geschäftszielen zu richten (43 Pozent). Sich auf die Veränderungen dank der digitalen Revolution einzustellen, kam mit 42 Prozent auf den zweiten Rang der dringlichsten Fragen - ein Fingerzeig, dass Digitalität und der Einfluss sozialer Medien zunehmend akzeptiert wird.

Soziale Medien werden selbstverständlich

Annähernd drei Viertel aller Kommunikationsprofis glauben, soziale Netzwerke könnten die Wahrnehmung Externer beeinflussen, 57 Prozent betonen die Kommunikationswirkung sozialer Kanäle auch nach innen. Die wichtigsten Stimmen im Netz dabei sind nach Meinung der Befragten: Die eigenen Mitarbeiter, die sich bei Twitter, Facebook & Co äußern (58 Prozent) noch den Verbrauchern (53 Prozent). Allerdings fehlt es auch hier offenbar noch an belastbaren Strategien: Nur gut ein Drittel behauptet, diese in petto zu haben.

Budgets weiter unter Druck

Obwohl - insbesondere im Vergleich zum Vorjahr - die Wertschätzung, die Kommunikationsprofis für ihre Arbeit aus dem Top-Management gespiegelt bekommen, wieder deutlich zu steigen scheint, stehen die Mittel unter Druck: Nur knapp 15 Prozent melden, ihr Budget sei überproportional zu anderen Abteilungen im Haus erhöht worden. In Deutschland sind es etwa 17 Prozent, eine ordentliche Erhöhung haben etwa die Norweger (+ 31,6 Prozent).

Mehr als 40 Prozent, europpaweit, müssen nach eigener Aussage überdurchschnittliche Kürzungen verkraften. 2010 waren es rund 37 Prozent.

Ein Blick auf die Gehälter: Die niedrigen Löhne, vor allem in Zentral- und Osteuropa verderben den Schnitt, rund 22 Prozent der Befragten sehen sich in der Einkommensregion von unter 30.000 Euro Jahresverdienst. 2009 waren es nur knapp 10 Prozent. Die regionalen Unterschiede zeigen sich auch bei den Gehältern von Kommunikations- und Agenturchefs: In Ländern wie Deutschland kommt etwa jeder Zweite auf mehr als 100.000 Euro im Jahr, in Tschechien, Serbien und Slowenien verdient soviel nicht einmal jeder Zehnte.

Für die Studie wurden rund 2.700 Kommunikationsprofis aus 43 Ländern befragt. Hinter der Studie stehen 11 europäische Unis. Geleitet wird die Erhebung seit Jahren von Ansgar Zerfaß, Uni Leipzig, der die Studie in diesem Jahr wieder zusammen mit Ketchum Pleon veröffentlicht.


Weitere Informationen dazu im Netz:

Video-Zusammenfassung der Ergebnisse

Thomas' Pleil Einschätzungen zum ECM 2013

Ketchum Pleon: Tipps zur Steuerung von internationaler Kommunikation

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