08.12.2014 |   Corporate Video-Studie

Mittelständler treiben viel Aufwand mit wenig Wirkung

Geschichten sind in in nur 13 Prozent der Mittelständler-Clips zu finden
Geschichten sind in in nur 13 Prozent der Mittelständler-Clips zu finden

ergo Kommunikation hat die Youtube-Kanäle der 20 umsatzstärksten deutschen Mittelständler untersucht. "Bewegtbild, das bewegt, sieht anders aus", resümiert Martin Kerscher, Leiter der Film-Unit bei der Agentur. Halbherzig sei es, in welcher Weise viele Unternehmen ihre Kanäle auf dem Videoportal nutzen.

Die Wirkung der Corporate Videos entfalte sich oftmals nicht, weil zu wenig aus der Perspektive der Zielgruppen heraus produziert werde, so Kerscher. Die Filme würden "ihr Publikum nur sehr selten beteiligen, aktivieren und mit guten Geschichten unterhalten".

Die zentralen Ergebnisse der Untersuchung:

• Mangelware Storytelling: Produkt- und Imagefilme sind die am stärksten vertretenen Formate in den Unternehmenskanälen. Die wenigsten der Videos erzählen aber eine Geschichte rund um das Unternehmen oder das Produkt. Nur bei 13 Prozent aller Clips kommt Storytelling zum Einsatz. Humorvoll oder emotional ist nur jedes siebte Video.

• Aktivierung fehlt: Nur knapp jedes dritte untersuchte Video besitzt einen Call-to-Action oder eine aktivierende Botschaft. Bei 70 Prozent der Clips vergeben die Unternehmen die Chance, Zielgruppen an sich zu binden. Sie laden weder dazu ein, sich weiter mit dem Unternehmen und dem Produkt zu beschäftigen, noch fordern sie dazu auf, das Video zu kommentieren, zu liken oder zu teilen.

• Endstation Video: 60 Prozent der Filme enthalten keine Links zu weiterführenden Informationen und Medien. Nahezu jedes zweite Video steht auf YouTube für sich allein - ohne Einbindung in eine Kampagne, eine Videoserie oder einen Hinweis auf weitere Medien des Unternehmens.

• Kaum Interaktion: Die inhaltlichen Schwächen der Videos schlagen sich in sehr geringen Interaktionsraten nieder. Nur bei jedem dritten Video geben die Zuschauerinnen und Zuschauer Kommentare ab.

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Kommentare

David Peter am 08.12.2014 um 11:38
Das deckt sich mit meiner Erfahrung in Unternehmen: Viele Videos werden schlicht an der Zielgruppe vorbei produziert. Dabei zeigen gerade doch die Youtuber, wie man es richtig macht.
 
Saki Fuchs am 10.12.2014 um 12:55
Meiner Meinung nach liegt das ursächlich daran, dass viele dieser (oft familiengeführten) Unternehmen Dialog als "Ich rede" und Zielgruppe mit Zielscheibe verwechseln, in die eine Botschaft sozusagen zwischen die Augen zu "schießen" ist.
 

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